Die Küche der Indianer Nordamerikas

Gerichte und ihre Geschichte

Wir wissen viel über die amerikanische Urbevölkerung, wir wissen über ihre Lebensweise, über ihre Kriege und ihren "Untergang" sehr viel. Wissen wir aber auch, was die Indianer gekocht haben? Ich denke, nur begrenzt wissen wir das und sind uns nicht bewusst, welch gute Produkte wir von ihnen übernommen haben. Ich habe mich in der Literatur etwas umgesehen und möchte Euch einen kleinen Rundgang aus Büchern aufschreiben / entlehnt aus folgenden Werken: "Indianisch Kochen - Gerichte und ihre Geschichten" von Brigitte und Elmar Engel und "Native Food - Die Küche der Indianer Nordamerikas" von Beverly Cox und Martin Jacobs.

Geräucherter Bärenschinken, gesottene Büffelzungen, würziges Hirschragout und saftige Elchsteaks mit wilden Zwiebeln und Knoblauch, zubereitet am lodernden Lagerfeuer, das sind die kulinarischen Freuden der Indianer in unserer Vorstellung. Die Wirklichkeit löste nur selten ein, was die üppige Fantasie populärer Schriftsteller uns vorgaukelt. Es gab Regionen und Jahreszeiten, in denen die Indianer von den Gaben der Natur schier überschüttet wurden, von einem reichen Angebot an Beeren, Wild oder Meeresfrüchten. Es gab aber auch Zeiten des Hungers und der Entbehrung, vor allem hoch im Norden Amerikas.

Zitat: " Manchmal hatten wir viel zu viel zu essen, häufiger viel zu wenig und sehr selten gerade genug."

Ich möchte Euch allerdings nur ein Gebiet, Allegras indianische Heimat, vorstellen, das Gebiet der Prärien.

In der Prärie: Tatonka, der "Freund des Menschen"

Wie waren die Verhältnisse im Grasmeer westlich des Mississippi, unter dem weiten Himmel der unendlichen Prärien, in der Heimat der Sioux, Crow, Cheyenne, Kiowa oder Comanchen? Wirkliche Jäger, so wie wir sie hoch zu Ross kennen, wurden sie erst, nachdem die Spanier den "Grossen Geisterhund" mitgebracht hatten. Davor war es recht mühsam und nicht sehr erfolgreich, in dem offenen, ebenen Gelände mit geringen Deckungsmöglichkeiten und wenig wirkungsvollen Waffen die mächtigen Bisons zu beschleichen, in Corrals zu treiben oder in Panik zu versetzen, damit sie sich über steile, in der Prärie ohnehin seltene Klippen stürzten.

Der Bison wurde vollständig verwertet

Hatte eine Sippe eines oder gar mehrere der Tiere gejagt, verwerteten sie es mit Haut und Knochen. Sie nutzten praktisch alles: das Fleisch als Nahrung, das Fell für Behausung und Kleidung, die Knochen als Werkzeuge, die Hufe zur Gewinnung von Leim, die Sehnen als Garn, die Hörner als Gefässe, die Schädel als religiöse Symbole, die Zähne als Schmucksteine. Das Fleisch, das sie nicht frisch essen konnten schnitten sie in schmale Streifen, trockneten es an der Luft und gelegentlich über niedrig schwelenden Feuern, durch die es einen rauchigen Geschmack erhielt und gegen die allgegenwärtige Fliegenpest geschützt war. So stellten sie das so genannte "jerky" her, das sie später zerrieben und zerstiessen für die Zubereitung von "pemmican". Sie würzten es mit Beeren, wilden Kräutern, mitunter mit Salz. Wenn sie nichts anderes hatten, versuchten sie mit der Beimischung von Holzkohle dem Fleisch ein bisschen Geschmack zu geben.

Die Plains Indianer, die ursprünglichen Bewohner der Staaten Montana, Nebraska, der beiden Dakotas, der kanadischen Prärien waren so abhängig von den Tatonka, dass ihre Lebensform als "Bison-Kultur" in die Geschichte einging. Sie ehrten den Tatonka als Freunde und Geschenk des Wakantanka, darum veranstalteten sie grosse Zeremonien und Rituale. Die Notwendigkeit ihre Freunde töten zu müssen, um selbst überleben zu können, erklärten sie mit verblüffender Logik: "Wer einen Feind tötet, ist ein grosser Krieger. Wer jedoch einen Freund zu töten vermag, ist ein grosser Held".

 

Die Prärievölker kochten in mit Fell ausgelegten Erdgruben, sofern sie Steine fanden, Töpfe, wie wir sie kennen waren selten bei den nomadischen Völkern zu finden. Als Brennstoff dienten in der baum- und holzlosen Prärie trockene buffalo chips, Büffeldung. Wenn sie einen Büffel erlegt hatten nahmen sie den Büffelpansen und hängten ihn mit Inhalt an einem Dreibein über ein glosendes Feuer und erwärmten so die Flüssigkeit. Manchmal füllten sie ihn auch mit Wasser und Fleisch und legten vorsichtig heisse Steine hinein, um den Vorgang zu intensivieren und zu beschleunigen. Diese Methode hatte den Vorzug, dass man den "Kochtopf" als Nachtisch verzehren konnte.

In den warmen Jahreszeiten kochten, oft zwei Familien an einer Feuerstelle, die Indianer im Freien. Im Winter zog die ganze Sippe in eines der tief eingekerbten Flusstäler, in denen sie Holz, Wasser und Schutz vor heulendem Wind fanden. Dort wurden die Fellsäcke mit dem jerky und pemmican geöffnet und das Trockenfleisch hervorgeholt.

Gastfreundschaft: Festgelegte Essenszeiten gab es grundsätzlich nicht. Jeder und jede bediente sich nach Gusto, solange der Vorrat reichte. Wenn ein Gast, bekannt oder unbekannt, erwartet oder unerwartet, auftauchte, wurde das Beste hervorgeholt, was die Küche zu bieten hatte.

Dies ist das Bild einer "Indianerin" aus Fort No.4 in New Hampshire

Schmorbraten in Erdgruben: Zu besonderen Gelegenheiten legten die Frauen das Fleisch in grössere, mit Fellen ausgeschlagene Erdgruben-> zuerst eine Lage heisse Steine, dann eine Lage Huflattich oder ähnliche Blätter, darauf eine Lage Fleisch und eine weitere Lage Blätter, erneut Steine, Blätter, Fleisch und so fort. Schliesslich wurde die Grube mit Fellen und zuletzt mit Erde sorgsam abgedeckt und für ein paar Stunden ihrem Schicksal überlassen.

Ohne Pferde war die Jagd zu aufwändig und zu wenig Erfolg versprechend, da verwundert es nicht, dass das spätere Jäger- und Kriegervolk der Cheyenne ursrpünglich in den Tälern der Missouri-Nebenflüsse bescheidenen Ackerbau betrieb; dass die Sioux erst lange nach der Ankunft der Spanier das schützende Waldland im heutigen Minnesota verliessen; dass die wilden, gefürchteten Comanchen erst sehr spät aud den Gebirgstälern der Rocky Mountains aufbrachen und die südlichen Ebenen überfluteten.

 

Hier schreibe ich Euch ein paar Rezepte auf, die ich alle mittlerweile ausprobiert habe und ich muss sagen, die indianische Küche ist zwar mitunter recht süss...... aber sehr gut !!!

Gebratene Waldpilze mit Zwiebeln

Viele der nordamerik. Indianer sammelten und assen Wildpilze. Für die Indianer in den Plains aber, wo es spärlich regnet, waren Pilze eine Delikatesse. Frauen und Kinder kannten genau die verschiedenen geniessbaren Sorten. Die Pilze wurden gebraten oder auch an Suppen und Eintöpfe gegeben. Ein Teil der Ernte wurde auch als Wintervorrat getrocknet.

Rezept für 4-6 Personen

350 g Wildpilze (Morcheln, Pfifferlinge, Hallimasche oder Austernseitlinge)

4 Scheiben geräucherter Bauchspeck

2 Frühlingszwiebeln, in Scheiben geschnitten

Salz und frisch gemahlener Pfeffer

Grosse Pilze in Scheiben schneiden. Speck in einer grossen Pfanne bei mittlerer bis niedriger Temperatur auslassen. Herausnehmen, hacken und beiseite stellen. Temperatur auf mittlere bis hohe Stufe hochschalten. Pilze mit den Frühlingszwiebeln in die Pfanne geben udn 1-2 Minuten scharf braten, bis sie gerade gar sind. Die Speckstückchen hinzufügen und alles rasch vermischen. Salzen, pfeffern und heiss servieren.

Maisbrot der Cheyenne

Mit der Herstellung feiner Maisbrote wie diesem begannen die Indianer vermutlich in den Anfängen ihres Reservatlebens, als die jungen Frauen in verschiedenen staatlichen und kirchlichen Internaten(welche meist grausam waren) in oder bei den Reservaten die Haushaltführung erlernten. Dabei wurde den jungen Frauen auch das Backen von Broten und Kuchen im Herd beigebracht, den sie bis dahin nicht kannten.

Rezept für 6 Personen

900ml Milch oder Wasser

250g gelbes oder weisses Maismehl

3 Eier, getrennt

4 EL zerlassene Butter

1 1/2 TL Salz

1/2 TL frisch gemahlener Pfeffer

Backofen auf 190°C vorheizen. Milch in einem grossen Topf bei mittlerer Temperatur zum Kochen bringen. Maismehl langsam einrühren und einige Minuten unter Rühren kochen, bis es eindickt. Eigelb, Butter und Gewürze mit dem Schneebesen unterziehen. In einer zweiten Schüssel die Eiweiss zu Schnee steif schlagen und unterheben. Teig in eine 2-Liter-Backform füllen. Das Brot 30-40 Minuten backen, bis es locker aufgegangen und die Oberseite goldbraun ist.

Kürbis mit Hackfleischfüllung nach Art der Hidatsa

Viele Stämme in den Plains kannten den Wildreis aus ihrer ursprünglichen Heimat, der Umgebung der Grossen Seen und dem nördlichen Waldland. Er wurde zu einem begehrten Handelsgut und fand als solches seinen Weg von den Wald- zu den Prärievölkern. Später wurde er von den Jagdvölkern in den Ebenen, denen ihre angestammten Reissümpfe längst weggenommen worden waren, gegen Bisonhäute und getrocknetes Fleisch getauscht.

Die Dörfer der Mandan und Hidatsa am Missouri im heutigen zentralen North Dakota waren bedeutende Umschlagplätze für einheimische und nichtindianische Nahrungsmittel. Diese Stämme kultivierten Gartenkürbis und Squash und trieben Handel mit Indianern im Osten und Norden, wodurch ihre Ernährung abwechslungsreicher war, als die ihrer nomadischen Nachbarn.

Rezept für 6 Personen

1 Kürbis von 1800-2250 g

2 TL Salz, 1/2 TL Senfpulver, 1-2 EL Pflanzenöl

450g Hackfleisch vom Hirsch, Rind oder Büffel

1 mittelgrosse Zwiebel, gehackt

150 g Wildreis, gekocht

3 Eier, verquirlt

1 TL zerriebener getrockneter Salbei

1/4 TL frisch gemahlener Pfeffer

Backofen auf 175°C vorheizen. Vom Kürbis einen Deckel abschneiden, die Kerne und Fasern entfernen. Den Kürbis innen mehrfach mit einer Gabel einstechen und mit 1 TL Salz und dem Senfpulver ausreiben. Öl in einer grossen Pfanne bei mittl. Temp. erhitzen. Das Fleisch mit der Zwiebel unter Rühren bräunen. Die Pfanne vom Herd nehmen. Den Wildreis, die Eier, 1 TL Salz, Salbei und Pfeffer untermengen. Den Kürbis mit der Mischung füllen. Eine flache ofenfeste Form gut 1 cm hoch mit Wasser füllen. Den Kürbis in die Form geben und 1 1/2 Stunden backen, bis er gar ist. Nach Bedarf weiteres Wasser hinzufügen, damit er nicht ansetzt. Zum Servieren den Kürbis mit der Füllung wie eine Torte aufschneiden.

Pemmikan der Plains

Pemmikan gehört zu den charakteristischen Nahrungsmitteln der nordamerikanischen Indianer, wobei die Zutaten von Region zu Region variieren. Das Grundrezept verwendet zerriebenes getrocknetes Fleisch, mitunter auch Fisch. Es wird mit geschmolzenem Talg oder Fischöl zu einer Masse verarbeitet, die sich in Behältern aus enthaarter Bisonhaut oder an einem anderen trockenen Platz lange aufbewahren lässt. Pemmikan diente als Proviant auf langen Wanderungen und wurde gegessen, wenn frisches Fleisch knapp war. In kochendem Wasser aufgelöst, ergibt es eine nahrhafte Suppe, ebenso aber wird es als "Energiehappen" pur gegessen.

In den Plains gab man oft Traubenkirschen oder Beeren hinzu, die die Versorgung mit lebenswichtigen Vitamin C sicherten. Bei den Sioux gilt Pemmikan aus Bisonfilet, Traubenkirschen und Knochenmark als heilige Nahrung. Eine mit diesem Pemmikan gefüllte Rohhauttasche heisst "wasna". Diese als Geschenk zu erhalten oder das geheiligte wasna serviert zu bekommen ist eine grosse Ehre.

Rezept für 6 Personen

175 g feingehacktes Dörrfleisch von Rind oder Büffel

125 g gehackte getrocknete Traubenkirschen oder saure Kirschen

6 Esslöffel geschmolzener Rindertalg oder Butter

Alle Zutaten miteinander vermengen und daraus sechs Küchlein formen. Bis zum Servieren kalt stellen.

Dörrfleisch "Jerky"

Die Einführung von industriell hergestelltem Salz in den sechziger Jahren des 19.Jahrhunderts vereinfachte die Herstellung von Dörrfleisch erheblich. Das traditionelle Verfahren, das nachfolgend beschrieben wird, kann bis zu fünf Tage in Anspruch nehmen. Bevor nun das Salz dabei zum Einsatz kam, war es schwierig, die Fliegen in der ersten Trocknungsphase abzuwehren. Durch Eintauchen der Fleischstreifen in konzentriertes Salzwasser aber bildete rasch eine Kruste, die Fliegen abhielt.

In den Plains war Salz oft das einzige Gewürz, das bei der Herstellung von Dörrfleisch Verwendung fand. Die Zugabe von Chillies ist typisch für den Südwesten, wilder Ingwer dagegen kommt vor allem im Grenzgebiet zu Kanada zum Einsatz. Das hier beschriebene Trocknen im Ofen funktioniert vorzüglich. Traditionalisten aber behaupten, dass das noch langsamere Dörren an einer Leine, die einen Tag und eine Nacht über einen mit Holz befeuerten Herd gespannt ist, bessere Ergebnisse bringt. 

Rezept für 6-8 Personen

1 kg sehr mageres Rind- oder Büffelfleisch

2 EL grobes Salz

1 EL gemahlener Ingwer(nach Geschmack)

1/2-TL gemahlene Chillischoten (nach Geschmack)

Das Fleisch in 3mm dicke Streifen von etwa 10x2,5cm schneiden. Die Gewürze vermischen und die Streifen damit einreiben. Auf einen Rost legen und auf einem Backblech für 8-10 Stunden in den auf 65°C vorgeheitzten Ofen schieben.

Das Fleisch muss richtig ausdörren. Es wird danach im Kühlschrank aufbewahrt.

Dörrfleisch "Jerky", traditionell hergestellt

Das unstete Leben der Jagdvölker in den Ebenen setzte voraus, dass Haurat und Vorräte sich mühelos transportieren liessen. Jerki - Dörrfleisch - ist nur eines von vielen Beispielen für die verschiedenartigen und geschickten Methoden, um Nahrungsmittel zu trocknen und ihr Volumen zu verringern.

Dafür wurden dünne Fleischscheiben ausgebreitet an der Sonne getrocknet, flach geklopft und zur späteren Verwendung in Lederbehälter gepackt. Eine andere Methode bestand darin, das Fleisch über glühender Holzkohle zu braten und dann mit Steinen zu einem faserigen Brei zu zerreiben, der mit Knochenmark gemischt und anschliessen in handliche Rohlederbehälter gefüllt wurde. Dieses wkapapi, wie es bei den Dakota hiess, war eine wichtige Suppengrundlage.

 

Präriehühner nach Art der Pawnee

Die Pawnee, ein Ackerbau betreibendes Volk aus der Sprachfamilie der Caddo, zogen um das 13.Jahrhundert aus dem heutigen östl. Texas an den Platte River in Nebraska. Dort errichteten sie Dörfer und blieben eine Zeitlang sesshaft. Sie lebten teils vom Feldbau, teils von der Büffeljagd. Im Gegensatz zu anderen Plains-Stämmen behielten die Pawnee diese Lebensweise auch dann bei, als das Pferd ihnen ab dem 16.Jahrhundert zu erheblich mehr Mobilität verhalf.

Präriehühner, einst in den Plains weit verbreitet, sind heute ziemlich selten. Lange wurde ihnen zu stark nachgestellt, zudem schrumpfte ihr Lebensraum durch die expandierende Landwirtschaft und die Einführung des Fasans aus China Anfang des 20.Jahrhunderts.

Rezept für 4-6 Personen

2 Präriehühner oder Brathühner à 900 g

Salz und frisch gemahlener Pfeffer

250 g Bleichsellerie, gewürfelt

2 grosse Zwiebeln gehackt

3-4 EL gehackter frischer Salbei oder

3-4 TL getrockneter Salbei

6 EL Honig oder Melasse

4 mittelgrosse Süsskartoffeln

2 EL gehackter frischer Schnittlauch

1 EL gehschälte Sonnenblumenkerne, geröstet

Den Backofen auf 175°C vorheizen. Die Hühner abspülenund trockentupfen. Innen mit Salz und Pfeffer würzen. Bleichsellerie, Zwiebeln und Salbei mischen und die Hühner damit füllen. Dressiren, jeweils mit 1 EL Honig bestreichen und in einen Bräter setzen. Die Garzeit beträgt etwa 20 Minuten pro 500g. Während des Garens die Hühner ab und zu mit dem Bratensaft begiessen. Sie sind fertig, wenn aus der dicksten Stelle des Schenkels beim Einstechen klarer Saft austritt.

Die Süsskartoffeln abbürsten und ein-bis zweimal mit einer Gabel einstechen. Zusammen mit dem Geflügel im Ofen garen, bis sie sich mühelos mit der Gabel einstechen lassen. Die Obersteite einschneiden und die Enden zusammendrücken, so dass die Kartoffeln sich aufspreizen. Mit dem restlichen Honig beträufeln, mit Schnittlauch und Sonnenblumenkernen bestreuen. Nach Geschmack salzen und pfeffern.

Frosch-Schenkel nach Art der Comanche

Die ursprünglich aus dem Great Basin und den Rocky Mountains stammenden Comanche galten unter allen Plains-Stämmen als die besten Reiter. Sie waren geschickte Büffeljäger und wilde Krieger. Wegen ihrer Angewohnheit, Schlangen zu essen, wurden sie wie auch die ihnen nahestehenden Shoshone und Kiowa einst von anderen Stämmen "Snakes" genannt. In ihrer früheren, oft unwirtlichen Heimat im Great Basin hatten sie gelernt, auch Reptilien und Amphibien wie Frösche, von vielen Plains-Stämmen verabscheut, als Nahrung zu nutzen.

Dieses Rezept für Frosch-Schenkel würde sicher auch einem französischen Gourmet schmecken.

Rezept für 6 Personen

170 ml Pflanzenöl

2 Eier, gründlich verquirlt

1 TL Salz

1/2 TL frisch gemahlener Pfeffer

125 g gelbes Maismehl

Etwa 280ml Wasser

1,5 kg Froschschenkel

Aus dem Maismehl, Wasser, den Eiern und Gewürzen einen Backteig anrühren. Das Öl in einer Pfanne mit hohem Rand bei mittlerer bis hoher Temperatur erhitzen. In einer weiten, flachen Schüssel die Eier mit Salz, Pfeffer, Maismehl und Wasser verrühren. Die Froschschenkel durch den Backteig ziehen - sie sollen gleichmässig überzogen sein. Im heissen Öl etwa 30 Minuten ausbacken, dabei gelegentlich wenden, bis sie appetitlich gebräunt sind und sich fest anfühlen.

Gegrillte Forelle

Das Aroma und der Geschmack einer über Holzkohlenglut gegrillten Forelle ist unvergleichlich gut. Bei den Plain-Indianern war das Grillen von Fischen und kleinem Wild an einem Spiess oder gegabelten Stock aus grünem Holz über dem Feuer eine häufig praktizierte Methode. Frühlingszwiebeln und gemahlene getrocknete Fieberbuschbeeren, die ähnlich wie Piment schmecken, sind traditionelle Gewürze der indianischen Küche.

Fetter und durchwachsener Speck setzte sich bald nach seiner Einführung durch europäische Siedler und Händler als Würze für Fleisch und Fisch wie auch als Bratfett durch.

Rezept für 4 Personen

4 ganze frische Forellen à 450 bis 550g

gemahlener Piment oder Fieberbuschbeeren nach Geschmack

Salz und frisch gemahlener Pfeffer

8 Frühlingszwiebeln

4-8 Streifen von fein aufgeschnittenem geräuchertem Bauchspeck (nach Belieben)

Die Forellen unter fliessendem kalten Wasser abspülen, an der Bauchseite aufschlitzen und ausnehmen. Wenn Sie keinen Speck verwenden, zum Ausnehmen nur zwei 5cm lange Schnitte am Anfang und am Ende der Bauchhöhle anbringen. Die Fische innen und aussen mit den Gewürzen einreiben und jeweils 2 Frühlingszwiebeln hineingeben. Falls erwünscht, die Fische an ein, zwei Stellen mit Speckstreifen zusammenbinden. Einen kräftigen, gegabelten und an den Enden angespitzten Stock in die Bauchhöhle stecken. Die Forellen 15-20cm über einem Feuer oder auf einer leicht geölten Unterlage auf dem Garten- oder Elektrogrill von beiden Seiten 6-8 Minuten grillen. Sie sind fertig, wenn sich das Fleisch leicht zerpflücken lässt, aber noch saftig ist.

In der Bratpfanne geht es auch: Forelle in Fett erst mal beidseitig anbraten. Dann genügend Fett in die Pfanne geben, Temperatur runterdrehen, Deckel auf die Pfanne setzen und 5-10 Minuten garen... ist sehr fein.

Mincemeat-Pie von Wild

Obwohl Pies erst Ende des 19.Jahrhunderts nach der Einrichtung der Reservate in den Plains Einzug hielten, ist die Grundidee des sogenannten "Mincemeat" doch sehr alt. Es erinnert stark an Pemmikan, eines der traditionsreichsten Nahrungsmittel. Fast überall wird Pemmikan in der einen oder anderen Version hergestellt. In Gebieten, in denen Fleisch eine grosse Rolle spielt, wird Dörrfleisch von Büffel oder Hirsch zerrieben und mit getrockneten Beeren und geschmolzenem Talg (Rezept siehe oben) vermischt. In Gegenden, wo vornehmlich Fisch gegessen wurde, wie an der Nordwestküste, bildet Dörrfisch die Grundlage.

Zwar ist das traditionelle Pemmikan nach wie vor sehr beliebt, doch scheint es interessant, aufzuzeigen, wie es sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt hat. Dieses Rezept stammt von Margaret Ketchum Walker, einer Cheyenne aus Wyoming, deren verstorbener Ehemann George Walker dem Sac and Fox Tribe angehörte.

Rezept für 2 Pies bzw. 12 Portionen

Mincemeat:

1 Liter Apfelwein

280g kernlose Rosinen

140g Korinthen

140g getrocknete Sauer- oder Süsskirschen (ersatzweise Johannisbeeren)

3 Äpfel, geschält, Kerngehäuse entfernt, gehackt

175g gehacktes Nierenfett (?)

225g Hackfleisch von Reh oder Hirsch

je 2 TL Salz, gemahlener Zimt, gemahlener Ingwer, gemahlene Gewürznelken

1/2 TL gemahlener Piment

Teig:

375g Mehl

1 TL Salz

150g Schweineschmalz oder Pflanzenfett, gekühlt

110ml kaltes Wasser

1 Ei, mit 2EL Milch oder Wasser verquirlt

Für das Mincemeat Apfelwein, Rosinen, Korinthen und Kirschen in einen grossen Topf geben. Zugedeckt bei niedriger Temperatur 1,5 bis 2 Stunden köcheln. Äpfel, Nierenfett, Hackfleisch und Gewürze hinzufügen. Alles noch 2 Stunden simmern lassen. Das Mincemeat kann bis zu drei Tagen kühl aufbewahrt werden.

Für den Teig Mehl und Salz in einer Schüssel vermischen. Das Schmalz in Stücken hineingeben und alles mit den Fingern zu einer feinkrümeligen Mischung verarbeiten. Langsam das Wasser einrühren, bis man einen geschmeidigen Teig erhält. Auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche in drei gleich grosse Portionen teilen und in Pergamentpapier einschlagen. Für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank. Die Stücke zu 6-7mm dicken Kreisen mit mindestens 25cm Durchmesser ausrollen. Zwei Pie-Formen von 25cm Durchmesser jeweils mit einer Teigscheibe auslegen. Die dritte Scheibe in Streifen schneiden. Die Formen möglichst für 30 Minuten kühl stellen.

Den Backofen auf 200°C vorheizen. Die Formen mit dem Mincemeat füllen. Die Teigstreifen gitterförmig darauflegen und mit verquirltem Ei bestreichen. Überstehende Teigränder über die Füllung legen und die Kanten mit einer Gabel wellen. Die Pies im unteren Drittel des Ofens backen. Nach 15 Minuten die Temperatur auf 175°C herunterschalten. Die Pies weiterbacken, bis der Teig nach 40-59 Minuten schön gebräunt ist und die Füllung leise brodelt.

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Zum Abschluss noch:

"Hominy" Mais, Bohnen und Squash liessen sich auf verschiedene Arten trocknen und im Volumen verringern, was für die mobilen Völker dringend nötig war. Dein Mais liess man am Kolben reifen, um dann die Körner abzustreifen und mit Ashce zu Hominy zu verkochen. Die in der Asche enthaltene Lauge löste die Aussenhaut, und das Innere quoll auf.

Das Hominy wurde so gegessen, mitunter auch zerdrückt, so dass es die Konsistenz von Haferschleim annahm, oder an der Sonne getrocknet und später wieder in Wasser eingeweicht.

Wildreis, wilde weisse Rüben, die Rhizome des Rohrkolbens, eine wilde, der Bataten ähnliche Kartoffel, Gänsefuss, Brennesselblätter, das Innere junger Rohrkolbenstengel und die auf dem Eschen-Ahorn wachsenden Pilze, die bei den Dakota "Baumohren" heissen, sind einige der bekanntesten Gemüse der Plains-Indianer. Wilde weisse Rüben oder Wildreis liessen sich für die Lagerung trocknen, die meisten anderen Gemüsesorten ass man frisch zur jeweiligen Jahreszeit.

Allen Plains-Stämmen, nomadischen Jägern wie sesshafte Feldbauern, bot das Land ausreichend Nahrung. So ist es nur verständlich, dass sie es "Mutter" nannten. Pflanzen und Tiere, ob wild oder domestiziert, die Gewässer und Mineralien - sie alle waren den amerikanischen Ureinwohnern heilig. Bis heute haben sich die Plains-Indianer ihre Achtung vor diesen alten Nahrungsmitteln bewahrt.

www.wiwasteka-allegra.com

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