Heroische Medizin und ihre Irrtümer !

Krankenwagen im 19. Jahrhundert

Über die “Heroische Medizin” und

den indianischen “Hokuspokus”

Eine Auswahl aus

“ Die Apotheke Manitous”

von Heinz J.Stammel

 

 

·      Gedächtnis der Indianer: Zitat: Es hat den Anschein, als wären ihre ganzen Bemühungen über viele Generationen hinweg allein darauf konzentriert gewesen, nur Wissen zu entwickeln, das gleichzeitig auch unvergessbarer Bestandteil des Bewusstsein werden konnte. Das mag erklären, warum bei ihnen ein Bedürfnis nach der Entwicklung von Schrift und Speicherung von Wissen durch Schrifttum nicht bestand. Das in der Historie oft beobachtete Phänomen ihres phantastisch anmutenden Gedächtnisses deutet darauf hin. So waren ihre Unterhändler häufig in der Lage, nach nur einmaligem Hören stundenlang vorgetragene komplizierte Vertragstexte sofort, aber auch noch viele Jahre später, wortwörtlich zu wiederholen und aus ihnen nach Belieben Passagen zu zitieren! Der Umstand auch, dass ihre Gesellschaften so gut wie niemals despotische Macht- und elitäre Besitz- und Eigentumsstrukturen entwickelten, sie deshalb von der immensen Fülle der sich hieraus ergebenden negativen Begleiterscheinungen vollkommen verschont blieben, erscheint heute erst, da die unvermeidlichen Folgen unserer Geisteshaltung allmählich sichtbar werden, als eine Qualität geistiger Reife, von der wir nicht nur weit entfernt sind, sondern uns laufend noch weiter entfernen.

·      Heilpraxis: Im Hochgefühl, allein der wissenschaftlichen Weisheit teilhaftig zu sein, stand die kolonial-europäische Medizin den verblüffenden Erfolgen indianischer Heilpraxis, dem ausserordentlich hohen allgemeinen Gesundheitsstand der Indianer einigermassen fassungslos gegenüber. Diese Indianer waren “Eingeborene”, ungläubige “Heiden”. Sie fürchteten die bedrohliche Wildnis nicht, sondern liebten sie und fühlten sich in ihr geborgen. Sie besassen kein Schrifttum, sie kannten wissenschaftliche Systematik und all die grossartigen Errungenschaften formaler Logik nicht. Sie sezierten keine Körper. Wie sollten sie da die Konstruktion und die Funktionen dieser “Apparatur” kennen? Gewiss, ihre Heilerfolge waren ebenso verblüffend wie unverständlich, aber was sie an Erkenntnissen und Wissen freimütig äusserten, war absolut unverständlich, demnach also rein mystisch - Zauberei. Hokuspokus, Quack-salberei, Exorzismus, Dämonenkult. Also: Zufall, Taschenspielerei, purer Schama-nismus. Dass man Jahrhunderte später die Methoden der Indianer - Hygiene, Quarantäne, Isolation - und ihre Wirkstoffe - Hormone, Enzyme, Vitamine, Antibiotika -, ihre Gesundheitspflege und Geburtenregelung verstehen, dass man ihre ganzheitlichen Methoden in der Psychosomatik wiederfinden würde, dass man andere indianische Praktiken später Antisepsis, Narkose, Diätetik und Anästhesie nennen würde, konnten die Gelehrten des Abendlandes damals nicht ahnen.

·      Schutz gegen Seuchen: Zunächst sträubten sich konservative und religiöse Wissen-schaftler gegen Schutzimpfungen ( Pockenimpfung erst Ende des 18.Jahrhunderts), weil sie Seuchen als göttliche Heimsuchungen der sündigen Menschheit und Abwehrmassnahmen als schwere Versündigung gegen den Willen Gottes betrachteten. Grundsätzlich tat sich die indianische Heilkunde recht schwer mit den importierten Seuchen; denn bevor die Weissen den Erdteil betraten, waren solche Infektions-krankheiten vollkommen unbekannt gewesen. Aber weil sich die allgemeine Hygiene der Indianer auf einem ausserordentlich hohen Stand befand und für sie Diätetik, Quarantäne und sofortige Isolation, dazu Antisepsis zur Heilungsroutine gehörten, wurden sie nur selten schwer betroffen. Wenn sie durch ihre Massnahmen inmitten einer verseuchten und schwer leidenden Kolonistenregion praktisch unbehelligt blieben, wurde ihnen nachgesagt, dass sie mit dem Teufel im Bunde stünden; fanden dagegen nicht sofort erkannte Massenansteckungen statt, richteten daher ihre Massnahmen kurzfristig nicht viel aus und starben auch sie dahin, so war es Gottes Zorn, der hartnäckige Heiden getroffen hatte.

·      Mediziner = Realitätsfremde und geldgierige Beutelschneider: Gott heilt, und der Doktor kassiert.  Aus heutiger Sicht stellt sich die medizinische Theorie im Amerika des 18. und 19. Jahrhunderts als eine recht primitive Spekulation mit den ehrwürdigen Vorstellungen des Altertums und Mittelalters dar. Sie gipfelte in der Annahme, dass das Gleichgewicht zwischen flüssigen und festen Körpersubstanzen entscheidende Bedeutung habe. So sprach man zum Beispiel der Zähflüssigkeit des Blutes (“viscuity”) eine geradezu universelle Bedeutung zu. Man konnte sich kaum eine Erkrankung vorstellen, die nicht hauptsächlich auf “zu dickes Blut” zurückzuführen war. So wurde etwa massvoller Gebrauch von alkoholischen Getränken sowohl in der Vorbeugung als auch in der Akutbehandlung als universelles Blutverdünnungsmittel empfohlen. Konzentrierte alkoholische Getränke - vornehmlich Whiskey und abenteuer-liche Do-it-yourself-Destillate - waren Hauptbestandteil jeglicher Medikation. Alles, was dem Zweck dienen konnte, das Verhältnis zwische flüssigen und festen Körper-substanzen oder die Konsistenz der Flüssigkeiten zu verändern, wurde herangezogen - Brech-. Abführ- und schweisstreibende Mittel,sogar kleinflächige Verbrühungen, um Blasen hervorzurufen. Die umfangreichste Praxis aber war der Anwendung von Aderlass und Klistier vorbehalten. Es ist nahezu unvorstellbar, was Ärzte ihren Patienten bei allen passenden Gelegenheiten an Blutverlusten zumuteten. Die Aderlasstheorie war Hauptbestandteil der heroischen Behandlung, die unter der Bezeichnung “heroic remedy” so recht nach dem Herzen des amerikanischen Pioniergeistes auch Anklang bei den Patienten fand. Der Mediziner Benjamin Rush, Mitunterzeichner der Unabhängigkeitserklärung(1776), hatte sie eingeführt und vertrat die Ansicht, dass man in ernsten Fällen einen Patienten um vier Fünftel seines gesamten Blutvolumens erleichtern könne. Er soll nicht gerade selten den ihm Anvertrauten mehr als eine Gallone (3,78 Liter) Blut während einer Sitzung entzogen haben!    “In der Regel geht vom Arzt mehr Gefahr aus als von der Krankheit.” sagte William Douglass (1718) der dafür ziemlich hart als Nestbeschmutzer bestraft wurde.

·      Aderlass: Die Prozedur war simpel: Eine Taschenmesserklinge genügte, um eine Vene zu öffnen; die meisten Ärzte aber bevorzugten Lanzetten oder Springlanzetten, die mit Federdruck ins Patientenfleisch eindrangen. Damen setzte man Blutegel an, manchmal mehrere Dutzend, nachdem die Hautstellen mit Sahne, Zucker oder Blut eingerieben worden waren. So vertrat man auch die Meinung, dass auch Cholerakranke mit Aderlässen behandelt werden sollten, auch dann, wenn ein Patient so schwach war, dass er sich aus eigener Kraft nicht mehr in den Kissen aufrichten konnte und seine Extremi-tätenmuskulatur bereits um die Hälfte geschrumpft war. Man ist beim Studium von Krankengeschichten zur Überzeugung gekommen, dass unverhältnismässig viele Kranke, aber auch ursprünglich Gesunde von ihren Ärzten regelrecht ausgeblutet und dadurch getötet wurden. Wie viele Behandelte durch den Blutverlust für Erkrankungen aller Art regelrecht vorbereitet, wie vielen hierdurch das gesamte Abwehrsystem des Körpers katastrophal geschwächt wurde, ist überhaupt nicht abzuschätzen. Feststehen dürfte aber heute, dass diese vehemente Aderlasspraxis, damals von den Schulmedizinern auf das heftigste verteidigt und gerechtfertigt, allen Patienten nur geschadet hat, ob sie es nun überlebten oder nicht.

                                          

 Aderlass Ende 18.Jhrdt. / Patient erhält zugleich Infusion mit Hundeblut

·      Verstopfung/Darmausgang: Nicht minder unvorstellbar ist es, was alles Ärzte ihren Patienten durch den Darmausgang verabreichten: gelösten Pferde- oder Eselsmist, brennende Hühnermistlösungen, Schwefelblütenkonzentrationen, Kohleöl (coaloil= Petroleum, ungereinigt) und Terpentin, Senfmixturen und Wagenschmieremischungen. Und das bei nahezu allen Gelegenheiten, prophylaktisch als kräftigende Entschlackungs-massnahme, aber auch bei akuten Erkrankungen, Klistiere gehörten zur Hauptverord-nungspraxis der Zeit und haben mit Sicherheit in zahllosen Fällen Erkrankungen verschlimmert oder gar erst hervorgerufen.

·      Gesundkotzen: Eine andere heroische Therapie, die man etwas vulgär “Gesundkotzen” nannte, bestand darin, Patienten, wiederum Gesunden und Kranken, furiose Brechmittel einzutrichtern, die den gesamten Mageninhalt zum Vorschein brachten, den Speichel-fluss anregten und die solcherart Gepiesackten zu gewaltigen Schweissausbrüchen trieben. Man verwendete hierzu abenteuerliche Pflanzenmixturen in Mengen; es befand sich literweise heisses Maschinenöl darunter, Rizinusöl gleich flaschenweise. Das medizinische Modemittel war Kalomel (Quecksilberchlorid), das Ärzte häufig in Dosierungen verabreichten, die heute jeden zum Erschaudern bringen. 1844 klagte der Mediziner T.D.Mitchell seine Kollegen an, dass sie ihre Patienten mit Überdosen ermordeten. So würde man etwa jede Stunde einen gehäuften Teelöffel verabreichen, bis sich zwischen Mund und After ein ganzes Pfund des Zeugs befände, das selbst ein gesundes Pferd restlos ruinieren könne. Die Verfechter der Kalomel-Methode setzten sich vehement zur Wehr, bezichtigten Mitchell der Nestbeschmutzung, der Unter-grabung des Patientenvertrauens, aussenseiterischer Habgier und unbeweisbarer Besserwisserei. Kalomel verrichte die Heilkraft eines Lebens innerhalb eines Jahres, behaupteten sie. Dass den Überlebenden dieser Prozedur reihenweise die Zähne, Haare und Nägel ausfielen und sie häufig zu lebenslangem Siechtum vergiftet wurden, störte sie nicht - sie münzten solche Nebenwirkungen sogar zum Vorteil um: besser ohne Zähne, Haare und sie überleben, als mit Zähnen, Haaren und Nägeln und blühend gesund aussehend begraben werden.

·      Blasen erzeugen : Auch das Erzeugen von Blasen (blistering) verlangte von Behandelten eine heroische Standfestigkeit. Wie beim Aderlass und bei der Entschlackung nach unten und oben war es auch das Ziel der Blasenerzeugung, dem Körper Gifte zu entziehen. So wurden äussere Wunden und Entzündungen in milder Weise behandelt, indem man schmutzige Pferdehaare unter die Haut oder durch Muskel-gewebe zog oder starkes Senfpulver aufstreute, sogar verdünnte Salzsäure auftrug. Aber erstklassige Ergebnisse erzielte man, indem man langsam Wollknäuel auf der Haut abbrennen liess oder grosse Haut- und Muskelpartien mit einem rotglühenden Stück Eisen so lange versengte, bis sich brutzelnde Blasen en masse bildeten. Verbrennungen dritten Grades waren dabei die Regel, und die Folgen grossflächige, hässliche, oft behindernde Vernarbungen auf Lebenszeit.

·      Homöopathie: Als erbitterte Widersacher der heroischen Therapie traten die homöo-pathischen Mediziner auf. Ihre Heilmittelvorstellungen gingen genau in das entgegen-gesetzte Extrem. Immerhin wiesen aber gerade die homöophatischen Ärzte auf die Bedeutung öffentlicher sanitärer Einrichtungen, individueller Hygiene und angemessener Diätnahrung hin. Und so verkehrt war die Richtung, in der ihre Medikations-vorstellungen wiesen, auch nicht; denn niedrige Dosierungen bedrohten in keinem Fall die regenerativen Kräfte eines bereits durch Krankheit geschwächten Körpers. Das Volksempfinden, das den gelehrten Streitereien nicht folgen mochte, fasste seine eigenen Erfahrungen in der Erkenntnis zusammen, dass “die Patienten der Homöopathen an der Krankheit sterben, während man bei den Schulmedizinern an der Behandlung eingehe”.

·      Beklopfen: Die Lehre der Phrenologie hat im 19.Jahrhundert in Amerika zu einem wahren “Hammersyndrom” in der medizinischen Praxis geführt. Die sogenannte Phrenologie, die als eine geradezu sensationelle Methode , die Geheimnisse des Körpers, der Sinnesorgane und des Charakters zu enthüllen gepriesen wurde. Man versetzte dem zu Untersuchenden mit einem grosen Holz- oder Gummihammer aus allen Richtungen kurze heftige Schläge gegen den Kopf und konnte an den Widerhalltönen, Reflexen und Reaktionen des solcherart Beklopften und an Hand detaillierter Skizzen und Katalog-listen erstaunliche Schlüsse ziehen. So liessen sich ebenso Krankheitssymptome und -ursachen erklären wie Heiltherapien finden. Mancher Testkandidat, dem auf diese Weise überragende Beredsamkeit, Mildtätigkeit, glänzende Ausdrucksfähigkeit, moralische Stärke und männliche Potenz bescheinigt worden war, verkündete hinfort die Segnungen dieser analytischen Methode. Da es an grossen Holz- und Gummihämmern in den USA keinen Mangel gab und sich die amerikanische Schulmedizin als ganz besonders fortschrittlich empfand und die Mediziner im Lande den lehrenden Wissenschaftlern nicht nachstehen mochten, hob bald allerorts das grosse Untersuchungsklopfen an. Selbst die Ärzte in den grossen Überland-Trecks nach Oregon und Kalifornien, nach Santa Fé und Utah, führten ihre Beklopfungshämmer im Diagnosegepäck mit. Als schliesslich John Rhodes Buchanan, der Präsident der National Eclectic Medical Association, Phrenologie, tierischen Magnetismus und Medizin in ein chaotisches System der Anthropologie, Neurologie und therapeutischen Sarkognomie zusammenfasste und die gesamte USA-Bevölkerung zu einem “Volk von Beklopften” zu erheben gedachte, wurde es den Journalisten zuviel. Sie überschütteten die Mediziner mit beissendem Spott, und bald galten diese amerikaweit, auch wenn sie ohne Hammer auftraten, als Witzfiguren, über die man herrlich lachen konnte. Es dauerte eine Weile, ehe sich die Doktores von der ebenso einfachen wie einträglichen Honorarquelle zu trennen vermochten und diesem Fortschritt feierlich abschworen.

                                                     Katalog-Seite mit Angabe der zu beklopfenden Kopfstellen, in meinem Buch wurde die Beschreibung wohlweislich weggelassen.

·      Hygiene, öffentlich in den Städten: Das Bedürfnis nach sanitärer Hygiene wurde in der Regel nur einer reichen Oberklasse stillschweigend zugebilligt, und man ging allgemein, auch in der medizinischen Beratung der Stadtverwaltungen, davon aus, dass den vereinzelten Forderungen nach Reinigung in grösserem Ausmass schon aus Kosten- und geschäftlichen Gründen nicht gefolgt werden könne. Solche Bemühungen würden nur unnötig alarmierend und störend wirken und den Geschäftsbetrieb aufhalten, wenn nicht gar lahmlegen. Im übrigen, so argumentierte man, seien alle Städte gleichermassen schmutzig, und medizinisch gebe es keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass Dreck und Unrat als Brutstätten für epidemische Krankheiten eine öffentliche Gefahr darstellten. Nicht Dreck sei eine Bedrohung, sondern ängstliche Überempfindlichkeit! Nach der gesicherten Erfahung vergangener Jahrhunderte könne kein Zweifel daran bestehen, dass neurotische Ängste nur die körperliche und seelische Anfälligkeit für Erkrankungen fördere. Ängstlickeit aber war in diesen Zeiten eine ganz und gar unamerikanische Einstellung.

·      Infektionsseuchen: Bis in den Beginn (!) des 20.Jahrhunderts hinein wurden die Infektionsseuchen als Heimsuchung Gottes hingenommen. Isolation, Quarantäne, Hygienemassnahmen waren unbekannt, die Ärzte hilflos. Die Diphtherie wütete periodisch so stark unter kinderreichen Familien, dass manchmal innerhalb von zwei Wochen vier von fünf Kindern starben. Scharlach überfiel ganze Ortschaften und tötete Kinder direkt oder indirekt durch Nieren-, Mittelohr- und Hirnkomplikationen. Überleb-ende bleiben häufig taub oder geistesgestört. Auf Grund der Tatsache, dass Masern bei Erwachsenen viel häufiger tödlich verliefen als bei Kindern, bestand die Prophylaxe der Schulmedizin darin, Eltern anzuraten, ihre Kinder so früh wie möglich mit masern-kranken Kindern zusammenzubringen und sich anstecken zu lassen, damit sie als Erwachsene von der Krankheit verschont blieben. In ärmlichen häuslichen Verhältnissen kam jedoch häufig eine Lungenentzündung dazu, und die Todesrate unter solcherart “vorbeugend Erkrankten” war verhältnismässig hoch. Die Ursachen für Schwind-sucht(Tuberkulose) schrieb man generell den Unbilden der Witterung zu, und bei Frauen hielt man Anämie in Zusammenwirken mit Menstruationsstörungen für eine Schwind-sucht verursachende Konstellation - während in Wirklichkeit beide Symptome Folge einer bereits existierenden Tuberkulose waren. Noch um 1900 wurde kein Gedanke an die Isolierung selbst der an offener galoppierender Tbc Leidenden verschwendet. Auch die Behandlung von Cholera, Typhus oder Malaria war im Grunde keine Behandlung. Die Ärzte verordneten Klistiere, liessen zur Ader, verabreichten Blutegel und Schröpfköpfe, liessen den Patienten Rost-wasser trinken, machten Umschläge um sämtliche Extremitäten - aber all das geschah nur, um überhaupt den Eindruck einer Behandlung zu erwecken. Den Geschlechts-krankheiten Tripper und Syphilis fielen zahllose Menschen - hauptsächlich Männer - auf greulich qualvolle Art und Weise zum Opfer, und die Mediziner waren hilflos. In Einklang mit streng christlicher Moral empfand man dieses Schicksal auch medizinisch als einen verdienten Denkzettel für ein ausschweifendes Leben. Auch bei allen anderen Erkrankungen sah die medizinische Versorgung nicht besser aus. Ob es sich um einen entzündeten Wurmfortsatz oder Blinddarm, um eine Gallen-blasenentzündung, Gallensteinkolik, Nierenentzündung, Nierenkolik, um Darmver-schlingung, Magengeschwüre, Blasenentzündung, Rippen- oder Bauchfellentzündung oder was auch immer handelte, der Schulmediziner nannte es “inflammation of the bowels” (Eingeweide-, Darm-, Unterleibsentzündung).

·      Blutvergiftung: Bis in die ersten Dekaden des 20.Jahrhunderts hinein gehörten die zahlreichen Arten von Blutvergiftungen (Sepsis, Wundsepsis) zu den grossen Plagen, die zahlreichen Verletzungen nahezu unvermeidlich auf dem Fusse folgten. Häufig führten sie, zu spät oder falsch behandelt, sogar zum Tod, noch häufiger aber auch zu Amputationen. Blutvergiftung war bei zahlreichen chirurgischen Eingriffen zu allen Zeiten zu erwarten, da man Bakterien und Keime noch nicht kannte und ohne jede Desinfektion mit Messern und Händen in Wunden herumwühlte, möglichst noch im Alltagsanzug und mit brennender Zigarre zwischen den Lippen (wie viele zeitge-nössische Zeichnungen und Fotos erkennenn lassen).  In den kriegerischen Auseinandersetzungen konnte schon die kleinste Schusswunde den Tod durch Blutvergiftung oder Wundbrand (Gangrän) bedeuten: Die Blei-Rund-kugel- und Langgeschosse wurden in der Regel beim Laden mit organischen oder mineralischen Fetten eingerieben, damit sie beim Schuss besser durch die Waffenrohre rutschten. Beim Eindringen in den Körper hinterliessen sie in der Wunde entsprechende Verunreinigungen, die zu schweren Entzündungen und danach rasch zu Blutvergiftung, Brand oder Wundstarrkrampf und Tod führten. Ärzte und Feldschere suchten solche Blutvergiftungen durch tiefe Einschnitte zu unterbinden, aber da sie diese mit verschmutzten Messerklingen vornahmen oder mit Sonden und Greifzangen im Muskel- Lungen- und sonstigem inneren Organgewebe herumzustochern, ohne an Desinfektion zu denken, waren solche “Behandlungen” wenig erfolgreich. Selbst das Zähneziehen führte sehr häufig zu schwersten Blutvergiftungen. In der Versorgung von Knochenbrüchen bemühte man abenteuerliche Praktiken, und kompli-zierte Splitter- oder Mehrfachbrüche und Bruchverletzungen an oder in Gelenken wurden in der Regel einfach durch grosszügige Amputationen behandelt: Wenn der Patient nicht während oder unmittelbar nach der Amputation am Blutverlust starb, so draohte ihm der Tod häufig durch schwere Infektion der Wunde. Nicht gerade wenige Beispiele zeugen von beispiellosen Qualen. So versuchte man etwa nach solchen schweren Amputationsinfektionen, diese durch weitere Teilamputationen zu behandeln. Das mochte mit der Amputation eines Fusses begonnen haben und endete, nach weiteren sechs Teilamputationen, mit der letzten hoch an der Hüfte, wonach dann der solcherart malträtierte Patient endlich an der Infektion der letzten Operation jämmerlich zugrunde ging.

·      Müttersterblichkeit: Nach Berichten von Trappern und Missionaren war bei den Indianern die Müttersterblichkeit nahezu unbekannt. Bauch- und Unterleibs-erkrankungen, die bei weissen Frauen zu grassierenden Beschwerden führten, waren auch unbekannt und bei weissen Pioniersfrauen konnten diese mit Naturhelimitteln beseitigt werden. Das wollten Schulmediziner überhaupt nicht zur Kenntnis nehmen. Dabei war gerade die Müttersterblichkeit in den Kolonien und im amerikanischen Westen ausserordentlich hoch. Da Mütter bei der Geburt ein ausserordentlich hohes Risikos auf sich nahmen, andererseits Geburtenreglung völlig unbekannt war, bedeuteten die hufigen Schwangerschaften eine solch akute Lebensgefahr, dass allein schon der Geschlechtsverkehr mit dem Odium lebensbedrohlichen Risikos behaftet war. So oft starben Mütter bei Geburten, dass Männer während ihres Lebens drei- bis viermal wieder heirateten und schliesslich nach der letzten Eheschliessung ein sehr kinderreicher Haushalt bestand, weil der Mann mit allen Frauen mehrere Kinder gezeugt hatte. Die indianische Familie kannte solche Probleme nicht; denn Geburtenregelung war durch zahlreiche Ovulationshemmer möglich, die Müttersterblichkeit existierte praktisch nicht, und Indianerfamilien zeugten in der Regel gerade so viele Kinder, wie den Lebensumständen nach geboten schien. Deshalb war auch ihr Geschlechtsleben - im Gegensatz zu weissen Familien, wo die religiöse Drohung durch die Erbsünde den Sexualtrieb zu verteufeln suchte - völlig unkompliziert, unfrustriert und natürlich.

·      Wenn Patienten an Herzversagen starben, so wurde dies nicht als Folge einer Krankheit oder deren Behandlung, sondern als selbstständige Erkrankung mit Todesfolge gesehen. Patienten, die an Prostataschwellungen als Folge verschiedenartiger Ursachen litten, verschaffte man durch Katheterisierung Erleichterung und nahm dabei in Kauf, dass der Patient schliesslich an Niereninfektion starb. Dessen ungeachtet galt die Kathe-terisierung als solche als grossartiger Erfolg.

·      Narkose / Vollbetäubung: Bis 1846 war die Vollbetäubung (Anästhesie) unbekannt, bis man Laudanum als Schmerzlinderungsmittel entdeckte und bald in ganz Amerika verwendete. Die Wirkung des ungereinigten Opiumanteils war von der Dosierung abhängig, und die wurde sowohl von Schulmedizinern als auch von Barbieren, Missionaren und Patienten selbst individuell gehandhabt. Etwa zur gleichen Zeit kam die Lachgasbetäugung (Distickstoffoxidul) in Mode, bei der es aber zu unkontrollierbar gefählrlichen Nebenwirkungen kommen konnte. Wenig später führte man die Ähter- und schliesslich 1872 die Cloroformnarkose ein. Berichte über narkoseähnliche Wirkungen - sowohl Voll- als auch Teilnarkorsen-, die Indianerheiler durch Kräuter und Suggestion erzielten, wollte man nicht zur Kenntnis nehmen. Die Opiumlösung Laudanum war so kanpp, dass ein Arzt dafür ein kleines Vermögen zahlen musste. Deshalb gingen die Mediziner recht sparsam damit um. Aus den kalifornischen Goldfeldern wird berichtet, dass Ärzte dort pro Tropfen Laudanum-lösung einen Dollar forderten. Geld spielte - wie stets - bei der ärztl. Behandlung die weitaus grösste Rolle. Wer sich Narkosen nicht leisten konnte, wurde “traditionell” behandelt. Da es sich zumeist um Amputationen handelte, die solche traditionellen Betäubungen notwendig machten, leerte der Patient eine Flasche Whiskey und liess die Prozedur, ritsche-ratsche, im Zustand der Volltrunkenheit über sich ergehen. Oder er wurde wiederholt von einem ausgesucht kräftigen Helfer mit Kinnhaken, Schlägen auf den Kopf oder gegen den Solarplexus (Herzgrube) betäubt. Bei Amputationen kam es allein auf Geschwindigkeit an, und die Reputation eines Chirurgen richtete sich nach den gerüchteweise verbreiteten Rekordgeschwindigkeiten, innerhalb derer er etwa einen Arm oder ein Bein fachgerecht abtrennte. Mancher Chirurg des Bürgerkrieges (1861-1865) benötigte vom ersten Schnitt bis zur vollständigen Abtrennung eines Gliedes ganze vierzig Sekunden. Es gibt nicht gerade wenig Fälle, in denen im Fernen Westen Amputationen in Sekundenschnelle vorgenommen wurden, indem man mit dem Beil zuschlag und den blutenden Stumpf im Feuer, mit einem weissglühenden Eisen oder durch eine abbrennende Schwarzpulverladung verkohlte.

·      Von Amputationen durch indianische Heiler ist nichts bekannt. Weisse, darunter auch Ärzte, die längere Zeit mit ihnen zusammenlebten, behaupteten, dass dies in der Regel auch nicht nötig gewesen wäre, denn die indianischen Mediziner waren bei nahezu allen Verletzungen in der Lage, selbst schwere Blutungen zu stillen, Knochenzersplitterungen auf geradezu phantastische Art wieder zusammenzufügen, schwere Entzündungen und Vereiterungen zu heilen, Brandverletzungen zu regenerieren. Sie vermochten es sogar, schwere innere Blutungen zu stillen, die nach allen Prognosen der zeitgenössischen Medizin tödlich hätten verlaufen müssen.

·      Skorbut:  Neben den verheerenden Infektionsseuchen, gegen die die Schulmedizin keinerlei Heilmittel kannte, verursachten schwere Mangelkrankheiten, wie Skorbut, exorbitante Verluste unter den weissen Siedlern, ob auf dem Land oder in Städten, wo das Sterben bei  Überlandstrecken, Schiffspassagen, in den Goldfeldern und Eisenbahnlagern praktisch an der Tagesordnung war. Der akute Vitamin C-Mangel führte zunächst unbemerkt zur Absenkung des Vitamin C-Gehalts im Blut auf Null, danach zu inneren und äusseren Blutungen und immer schwereren Auflösungserscheinungen und schliesslich zum qualvollen Tod.   Während die Schulmedizin und auch die Ernährungsweise keine Lösung für dieses Problem kannte, war Skorbut bei den Nativ Americans nahezu unbekannt. Wer das Glück hatte, unterwegs Nativ Americans zu begegner, die sich der Skorbutkranken erbarmten und ihnen etwa Elsbeeren (Früchte des Elsbeerbaums) verabreichten, hatte von der Krankheit nichts mehr zu befürchten und war innerhalb weniger! Tage wieder vollständig geheilt. 

 

Heilpflanzen

aus Allegras Heilwissen

Amarant / Love-lies Bleeding

Wirkung: blutreinigend, stärkend, blutstillend, antiskorbutisch, blutbildend, entzündungshemmend, leicht antiseptisch.

Verwendbare Pflanzenteile: Blätter, Blüten, Samen, Stengel und Wurzeln.

Absude gegen zu starke Menstruationsblutung, Mund-, Hals-, Rachen-, Magen- und Darmblutungen, wobei gleichzeitig auch Entzündungsherde oder Geschwüre geheilt werden können.

Getrocknete und zu Pulver zerstossene Blütenstände wirken neben blutstillend auch erhöht darmstimulierend.

Einreiben von arthritischer Körperpartien kann nachhaltig heilend wirken.

Als Mundspülung und zum Gurgeln können Zahnfleischschwund, Paradontose und Karies vermindert und geheilt werden.

Bärentraube / Bearberry

Wirkung: Urinfördernd, Blasen- und Nierenfunktion anregend. Pflanze im Frühjahr bis Spätsommer in Heilkraft zunehmend.  Bei Lagerung über 9 Monate verliert Pflanze heilkraft zunehmend. 

Verwendbare Pflanzenteile: Rinde, Beeren und Blätter

Tee aus einer Aufbrühung der Blätter fördert Urinfluss und regt Blasen- und Nierenfunktion an und stärkt diese.

Langfristige Gabe von Tee aus Beeren, Blättern und Rindenpulver, dem Birkenasche zugefügt wird, heilt Nierenentzündung und kann Blasen- und Nierensteine lösen.

 

Blutwurzel / Red Root

Wirkung: brechreizend, schleimlösend bei Katarrhen, menstruationsfördernd, speicheltreibend, blutdrucksenkend, fiebersenkend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, keimtötend, schmerzstillend, antirheumatisch.

Verwendbare Pflanzenteile: Wurzel, Wurzelstock, selten Blätter, Stengel, Blüten oder Samenkapseln, die leicht narkotisch wirken. Wurzel im Herbst ernten, nachdem Blätter abgestorben sind.

Wurzeltee, gegen Rheumatismus. Wurzelauszüge als stark und schnell wirkendes Brechmittel, bei Pferden gegen Scherpilzflechte (Ringworm), für die es in der Weissen Medizin kein Mittel gab.

Wurzelpulver zu Behandlung hartnäckiger offener Wunden als schorfbildendes Mittel. Mit Wurzelpulver lassen sich auch langjährige offene Beinwunden verschliessen.

Eingeschnittene Schlangenbisse mit Wurzelsaft tränken, um der Ausbreitung des Gifts entgegen zu wirken.

Frischer Presssaft gegen Lungenentzündung und zur Auswurfbeschleunigung bei Bronchitis.

Teegaben aus frischem Wurzelsaft gegen Ruhr, hartnäckige Magen- und Darmgeschwüre, vor allem aber Gonorrhöe(Tripper) und Syphilis sowie leichte Gelbsucht.

Tee aus Wurzelpulver gegen Kehlkopfentzündung, Bronchitis, Rachenkatarrh, Mandelentzündungen und Angina.

Kleinere Dosierung als stimulierende Behandlung von Klimakteriumsbeschwerden.

Esche / Cane Ash

Wirkung: Wirksam gegen periodische Krankheiten, abführend, harn- und schweisstreibend, stimulierend

Verwendbare Pflanzenteile: Blätter, Knospen und Rinde

Absud von Knospen und Rinde als starker Tee um Klapperschlangenbisse zu kurieren.

Starker Blättertee, nach der Geburt zur innerlichen Reinigung.

Tee- und Rindenabsud äusserlich als Nasspackung und innerlich als Tee gegen Gicht, Arthritis, rheumatische Schmerzen und Schwellungen, Ödeme und Fettleibigkeit.

Gundelrebe / Tun Hoof

Wirkung: Stimulierend, tonisierend, harnabscheidend, verdauungsfördernd

Verwendete Pflanzenteile: Das ganze Kraut gesammelt im Mai, wenn die Blüten noch frisch sind. Blütezeit: April bis Juni.

Absud gegen Magengeschwüre, Verdauungsstörungen, Gelbsucht und Nierenentzündung.

Wenn man Lösung konzentriert, regelmässig und über längere Zeit einnimmt, wirkt sie erleichternd bei Gicht-, Ischias- und Rheumaleiden, und heilend bei  Hüftgelenk- und arthritischen Handgelenkerkrankungen

Heidelbeere / Blueberry

Wirkung: Früchte: keimtötend, blutzuckersenkend, harntreibend, fiebersenkend, kühlend. Wurzel: antibiotisch

Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Wurzelrinde und Beeren

Trockenbeeren zur Zubereitung von Pemmikan verwenden, Hauptquelle für antiskorbutische Vitamine.

Tee aus pulverisierten Trockenfrüchten gegen Leberentzündung, Magenbeschwerden, Ruhr und Gallenblasenentzündung sowie zur Behandlung von Blasensteingriess.

Heilen schwer blutender Durchfälle, lindern Wasserverlust bei Cholera und Typhus durch Teeaufbereitung der Blätter.

Kaltauszüge von Beeren, Blättern und Wurzelrinden, indem zerkleinertes Trockenmaterial mehr als 24 Stunden ziehen gelassen wird.

Langsames Zerkauen der getrockneten Pflanzenteile im Mund

Wasserpfeffer / Smartweed

Wirkung: Heilung des Wundbrandes (Gangräne), Rheumalindernd, harntreibend, schweisstreibend

Verwendete Pflanzenteile: Das ganze Kraut

Hitze und Alter zerstört die Wirksamkeit der Aufbereitungen. Deshalb stets frische Pflanzen, die am frühen Nachmittag eines sonnigen Tages gesammelt wurden "wenn zuvor die Sonne ihre ganze Kraft in den Pflanzen entfaltet" verwenden.

Innerlich und äusserlich gegen Wundbrand

Heisses Bad mit Wasserpfeffer-Extrakten gegen Rheumatismus

Pflanzensaft, vermischt mit Honig und Blütenpollen gegen Bronchitis, Skrofulose und Nervenkrankheiten sowie gegen Protatitis und Nephritis

Roterle / Smooth Alder

Wirkung: Frische(grüne) Rinde ruft Erbrechen hervor, Rindenauskockung aus getrockneter und pulverisierter Rinde desinfizierend und entzündungshemmendes Gurgelwasser.

Verwendete Pflanzenteile: Rinde und Blätter

Regelmässige kleine Dosen ist diese Abkochung ein gutes Mittel gegen Schüttelfrost und ähnliche Fieberschübe.

Ein Absud von pulverisierter Erlenrinde, als Nassumschlag aufgelegt, zieht das Fieber aus äusseren Verletzungsentzündungen

Absud aus der Rinde zu einer starken Konzentration, wirkt gegen Brechreiz und innere Krämpfe

Rindentee als Vaginaspülung und rektale Spülung zur Aftermuskelschrumpfung und gegen Hämorrhoiden

Konzentrationen eines Tees der inneren Rinde kuriert Blutruhr.

Auf entzündliche Hautabschürfungen von Pferden pulverisierte innere Rinde auftragen.

Brei aus dem inneren Rindenpulver gegen Darmblutungen

Abwehrstärkender Effekt als Vorbeugung gegen bakterielle Infektionen

Stechpalme / Narrow-Leaf

Wirkung: stärkend, blutreinigend, stopfend, in starken Dosen abführend, gegen Herpes-Infektionen und in der äusserlichen Behandlung frischer Verletzungen und Brandwunden

Verwendete Pflanzenteile: Rinde

Für den direkten Notgebrauch bei äusserlichen Wunden und Verbrennungen die grünen Fasern der Rinde entfernen, Rest zu Brei zerkauen und diesen direkt auf die verletzte Stelle applizieren

Vor allem bei Gangrän (Wundbrand), tiefen Verletzungen heilen rasch und ohne Entzündungen, Brandwunden trocknen ohne Narbenbildung aus

Bei Kindern kann Ruhr durch einen konzentrierten Rindentee geheilt werden

Scheidenentzündungen und Hämorrhoiden durch innerliche und äusserliche Anwendung(Spülung) heilen. Als Katheter einen kleinen dünnen Hohlknochen verwenden

Tausendgüldenkraut / Bitter Bloom

Wirkung: entzündungshemmend, fiebersenkend

Verwendete Pflanzenteile: Das ganze Kraut

Warmauszug aus den frischen Sommerblüten als fiebersenkenden Tee, bei allen Entzündungen, ebenso bei Bierenbecken-, Nieren-, Gallen- und Leberentzündungen

Teeaufbereitung des ganzen Krauts bei Stoffwechselerkrankunge, Leber- und Gallenblasenentzündung, Erkrankung der Verdauungsorgane, bei Appetitlosigkeit, Magenkatarrh, Herzbeschwerden, Rheumatismus, Gicht, Anämie, Diabetes und allen Fiebererkrankungen

Verdünnter Tee zur Vorbeugung/Verhütung

Waldlilie / Birthroot

Wirkung:

Verwendete Pflanzenteile: Getrockneter Wurzelstock, Wurzeln und Blätter

Unmittelbar vor, während und nach der Geburt mindert und verkürzt Wehen und erleichtert insgesamt die Geburt. Blutungen stoppen, Nachgeburt beschleunigt und gleichzeitig stark antiseptisch wirkend

Gegen Herzklopfen und Herzrhythmusstörunge, Hautinfetkionen, inner und äussere Blutungen, vor allem gegen zu starke Menstruations- und beburtsbedingte Blutungen

Im Notfall bei sehr starker, lebensbedrohlicher Herzrythmusstörungen ein Wurzelstück zerkauen

Bei Brustwarzen- und Milchdrüsenentzündungen Wurzelstock zerreiben, mit Wasser zu Brei fromen und gleichzeitig innerliche Gabe und äusserliche Auflage heilen, ohne den Milchfluss einzuschränken oder gar zu beenden

Mit heissem Wasser verdünnt gegen Magen- und Darmkrämpfe

Wildkirsche / Yellow Choke Cherry

Wirkung: keimtötend, bakterienwachstumshemmend, schmerzstillen, krampflösend, blutstillend, beruhigend, entzündungshemmend, durchfallhemmend, brustraumheilend, bluckdruckregulierend

Verwendete Pflanzenteile: Wurzelrinde, Stamm- und Astrinde, innere Rinde, Saft, Zweige, Blätter, Blüten und Früchte

Ernte im Herbst, wenn die Heilkraft am höchsten ist, streng darauf achten, dass die Rinde nicht länger als elf Monate aufbewahrt wird

Gesamte Frücht mit den Kernen und evtl. auch den Fruchtstielen nach dem Trocknen zu Brei zermalmen. Aus diesem Mehl keksartige Plättchen formen, die sehr hart und dunkel sind. Bei Gebrauch in wenig Wasser aufweichen, kurz heftig aufkochen und mit Trockenfleisch-Pemmikan verspeisen

Babies mit Magen- und Verdauungsbeschwerden mit aufgeweichtem und kurz aufgekochtem Plättchen füttern

Heisser Absud aus Rinde und Wurzelrinde

www.wiwasteka-allegra.com



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